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Literatur: Junimond im September

25. September 2017
Herbst Berlin 2017

Lange war es still um mich – aber das heißt nicht, dass ich leise war.

Ich war lauter denn je.
Ich habe geschrien, geheult, gelacht, getrunken – zu viel – gegessen – noch mehr – mich verloren – wie immer – und gefunden – ein bisschen.

Herbst Outfit Rollkragen

Ich habe eingefordert, aufgegeben, verloren, gewonnen, und noch mehr: verloren. So ist das – Spiel, Satz und Sieg, nur andersrum, denn wer ist schon der Sieger hier und ab wann hat man gewonnen, wenn am Ende beide nur am Boden liegen?

Es ist vorbei, bye bye Junimond

Ich zähle die Tage, an denen ich aufgehört habe, auf die Uhr zu gucken, weil Zeit keine Bedeutung mehr hat. Ich zähle die Sekunden, in denen ich aufstehen muss, aber die Welt drückt mich nieder, die Melancholie hat mich in der Hand und du mich an deiner, warm und sicher und ich kann an nichts anderes denken als nicht mehr dran zu denken.

Im Spiegel ist jemand anderes und ich frage mich, ab wann man sich vermisst melden kann: vielleicht dann, wenn man denjenigen vermisst, den man verloren hat. Oder dann, wenn man so viel vermisst, dass man es nicht mehr schafft, die 911 zu wählen. Oder dann, wenn ich bei „911“ an dich denke – wie wir gelacht haben, als es dunkel war, und wir zu zweit, alleine auf dem Planeten, Erde oder Mond oder keine Ahnung, wen interessiert die Umlaufbahn, aus der ich erst geschmissen wurde.

Outfit Herbst

Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und alle Sachen, die ich habe, passen mir nicht mehr. Ich habe zugenommen, mein Kopf ist schwerer, mein Gemüt dunkler, in mir ist mehr, als vorher war – und trotzdem fühlt es sich leer an.

„Weltschmerz heißt das“ erkläre ich dir, und du findest keine Übersetzung dazu, was nicht schlimm ist, denn selbst dann würdest du mich nicht verstehen. Es gibt keine Übersetzung von mir, kein Handbuch, das würde vieles einfacher machen, ich weiß.
Aber einfach konnte ich noch nie, dabei würde ich einfach mal gerne hier so rumliegen und glücklich sein, zufrieden, mit dem, was ich habe, Wolken zählen, Kaninchen in Wolken erkennen, aber die einzigen Phantasien, die ich mir einbilde, sind die Monster unter meinem Bett.

Detailshot Face

In meinem Bett bist du nicht mehr, aber das ist ok – ich bin dort auch nicht.
Ich rase durch die Nacht und die Stadt und vor allem – durch meine Gedanken, in der Hoffnung, dich zu fangen, ich sehe dich, ich bin schneller, ich renne, ich komme nicht an, du lässt mich nicht an dich ran – und ich habe von dir abgelassen: Ich verstehe, wenn man mich nicht will.


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OLYMPUS DIGITAL CAMERA


Du hast nie verstanden, was ich wollte und ich habe verstanden, was du nicht wolltest: Mich. Mich schon, aber in anders. Mich in besser, mich in mehr wie du es willst, mich in irgendwie besser, gut genug, das war ich nie, gut genug, das bin ich jetzt, gut genug, das will das muss das kann ich jetzt sein.

 

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6 Comments

  • Reply Marie 26. September 2017 at 10:43

    Sehr schöner Text und tolle Bilder. Ich kenne solche Tage/Momente, an denen man sich so melancholisch fühlt und einfach seine Gedanken aufschreibt. Alles Liebe Marie

  • Reply Bea 26. September 2017 at 22:59

    Wow, die Bilder sind wirklich unglaublich schön und die Tasche ist der absolute hammer!

  • Reply Jil 27. September 2017 at 0:00

    Deine Texte sind herrlich, so erfrischend anders. Ich lese sie sehr sehr gern. <3

    Liebste Grüße
    Jil

  • Reply bianca 27. September 2017 at 16:06

    ein sehr trauriger aber wunderschöner text! und das herbstliche outfit mag ich auch total gerne!

    alles liebe,
    bianca
    http://www.worryaboutitlater.com

  • Reply tatjana 28. September 2017 at 15:19

    WOW wie schön du bist! toller Haarschnitt!!!
    Gänsehaut beim lesen des textes! <3

  • Reply Rachel 29. September 2017 at 15:39

    Huhu,
    dein Text ist dir super gelungen, echt top.
    Dein Herbst Outfit ist auch 1A

    Gruß

    Rachel

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