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Literatur: Mein Liebster

11. Januar 2018

Mein Liebster, meine Gedanken kreisen um dich – ständig.
Es ist schrecklich, ich weiß, denn ich mache es alleine.

Man denkt, da sind zwei, die sind zusammen, aber eigentlich sind da zwei, eine zusammen, einer allein.
Wenn du mich im Arm hattest, war ich zuhause – jetzt habe ich mich verlaufen, ich finde den Weg nicht mehr nach Hause und sowieso, die Tür ist verschlossen.

Ich sitze davor, -1 Grad, ich klingel, ich klopfe, ich renne weg, ich komme wieder, zu dir und uns, und du, du machst auf, aber du lässt mich trotzdem nicht rein.
Das Wohnzimmer ist warm und trotzdem – die Wohnung ist kalt.
Meine Anwesenheit provoziert dich, ich lache zu laut, ich rede zu wenig, ich rede zu viel und lache zu wenig.
Die Heizung ist an doch zwischen uns ist Winter.

Es reicht dir nicht und das was ich tue ist nie das was du willst das ich tue und dann tue ich das Gegenteil, doch auch das Gegenteil ist das Gegenteil von dem, was du erwartest.
Ich renne im Kreis und erwate ein Ziel und sehe nichts außer den Anfang.
Die Zeiten, wo du mich im Arm hattest, deine Waffen daneben.
Unbewaffnet, entwaffnet, friedlich, zu zweit.
Wenn ich sage „dein Lächeln ist schön“ verstehst du „deine Augen nicht“.
Wenn ich sage „Ich liebe dich“ verstehst du nur „du reichst mir nicht“.
Wenn ich blau sage hörst du schwarz und wenn ich rot sage meinst du grün.
Wir sprechen nicht die selbe Sprache – und doch, du weißt, das wollte ich – aber ich, ich, ich, ich reich dir nicht.

Wir hören uns aber verstehen uns nicht, mein Liebster du weißt, das zerbricht mich gänzlich.
Du nimmst Sachen die ich sage und drehst sie um für dich und gegen mich.
Ich erreiche was, du willst die Stimmung kippen, ich nehme dich in den Arm, aber dir tut irgendwas weh, weil ich das nicht richtig mache.

Mein Liebster, deine Augen sind Welten für mich – und meine sind nur grün.
Ich sehe in Dimensionen, sehe ich dich – und du nur in Farben, zu mehr reicht es nicht.
Ich spüre deine Wärme und du nur Widerstand.
Ich spüre Haut und Liebe und du verbale Hiebe und denkst, „die will mir was!!!“, dabei wollte sie, also ich, nur dich.

Mein Liebster, deine Arme waren zuhause und deine Wohnung war warm, aber jetzt ist Winter und meine Wörter zählen nichts für dich außer eine weitere Provokation.
Du erwartest Krieg und trübst den Frieden, du traust keiner nettgemeinten Geste und schmeißt, auf gut Glück, eine Handgranate in ein Blumenfeld.
Du zerbombst die Blumen und die Rehe und die Kaninchen und du sagst „aber der Rauch ist schön, hätte ja sein können, dass da was ist.“

Mein Liebster, meine Gedanken kreisen um dich.
Ich denke an deine Haut, wie warm sie war, damals, als meine dir noch nicht zu kalt war.
Ich denke an deine Stimme, aber nicht, wie sie leise mit mir spricht, im Halbdunkeln, sondern über mich mit anderen.
Ich denke an deine Augen, wie du dich gefreut hast, wenn ich dich umarmen  wollte – anders als jetzt, wo es nur eine weitere, lästige Pflicht ist.
Ich denke an deine Sprache, wie wichtig sie mir war und wie falsch ich immer in deinen Augen.
Deine Augen waren Welten und meine nur grün.
Aber hey – hätte ja sein können, dass da mehr ist.

Und ich wundere mich noch immer, was das für ein Geräusch das gerade war, ich wollte doch nur Blumen pflücken, und woher kommt all dieser Rau…………..

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4 Comments

  • Reply Franzi 12. Januar 2018 at 19:35

    deine Worte immer wieder… und dann diese unfassbar schönen Bilder. Einfach Wohltat für Augen und Hirn. 💕

  • Reply Liebe was ist 16. Januar 2018 at 22:31

    deine Worte sind mal wieder umwerfend meine liebe Tara, genauso wie die Fotos – einfach perfekt komponiert 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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