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Literatur: Vielleicht haben sie Recht

24. Dezember 2016
Kleid Blumen Mango

Ich denke oft über die Liebe nach. Die Liebe an sich, an dich, an andere. Wildfremde Menschen die das selbe fühlen und doch bin ich mir sicher, niemand fühlt wie ich.
Ich setze mich für andere in Brand und suche mir den Platz mit dem wenigsten Wasser, ich bin destruktiv und trotzdem immer darauf bedacht, in Sicherheit zu sein.
Aber in Sicherheit zu verbrennen ergibt keinen Sinn und deswegen stelle ich mich selbst in Frage, wenn du dir wieder sicher bist, mit all meiner Verunsicherung.


 

„Looked me straight in the eye
You turned the gas on high
Held the flame alight
You wonder why
I’m scared of fire
You wonder why you make girls cry“


 

Vielleicht hat Sia Recht, indem sie ihm die Schuld gibt und vielleicht meint sie dich damit.

Wir fühlen uns so exklusiv mit all den Gefühlen und Menschen und Gedanken die wir haben, dabei wird es immer jemanden geben, der genau so ist wie du, noch besser, wahrscheinlich. Und trotzdem nur du. Was schade ist. Was schön ist. Beides, wie immer, das kennst du schon, ich weiß.


 

„Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie Küssen mit dem Kopf.“


 

Vielleicht hat Glattauer Recht, wenn er behauptet, dass Schreiben irgendwie alles ist. Schreiben ist die ehrlichste Kommunikation und all die Leute, die mir sagen, dass sie Tippen hassen und lieber telefonieren sind mir suspekt.
Ich bin nicht nur eine. Ich bin mehrere, meine Augen sagen was anderes als mein Mund und mein Mund etwas anderes als meine Lippen und meine Hand schreibt dir dort hin, wo dich meine Stimme nicht erreichen kann.
Wir reden so viel und sagen so wenig und dein Blick sagt immer etwas anderes und ich weiß nicht, ob ich dich hören kann, obwohl ich dich sehe, selbst wenn du nicht vor mir sitzt. Ich weiß, wie du denkst, weil du es sagst, aber das sagen viele und wann war es je die Wahrheit? Und ab wann tut es weh, wenn es nicht die Wahrheit war? Vielleicht habe ich Blumen auf dem Kleid – aber Panzer im Kopf. Wann wird Krieg zu Frieden und wann bin ich endlich zufrieden?


 

„Aber du denkst zu viel, das zehrt. Du siehst immer so verhetzt aus.“


Vielleicht hat Büchner Recht, vielleicht hetzen wir zu sehr und fühlen zu wenig oder fühlen zu viel und rennen weg, aber tecum fugis, vielleicht hat Seneca Recht und man kann nicht vor sich selber fliehen. Man nimmt sich überall mit hin, egal, wohin man geht. Rennt. Wegläuft. Weiterläuft. Überrennt, überrannt, übergelaufen, zu voll, zu wenig.

Vielleicht haben all die Leute Recht, aus jeder Epoche, die alle über das selbe nachdachten und alle das selbe fühlten. Aber wir fühlen uns so exklusiv und wundern uns, wenn wir es doch nicht sind. Dabei ist Exklusivität so wichtig, damit wir uns wichtig fühlen.
Und trotzdem nur du.

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2 Comments

  • Reply feli 25. Dezember 2016 at 13:52

    schöner Post, der mich zum Nachdenken und Innehalten anregt. Danke liebe Tara!
    Liebe Grüße, Feli von http://www.felinipralini.de

    • Reply fashionlunch 27. Dezember 2016 at 19:25

      sehr gern, meine Liebe <3

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