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Literatur: Noch immer

15. Februar 2016

4 Monate, heute. Ich laufe manchmal Mädchen hinterher, unbemerkt, mit langen, braunen Haaren, wild flatternd, so wild, wie du gelacht hast, laut, das höre ich noch immer. Und dann denke ich, du bist es, du musst es sein, ich will dich rufen, aber dann dreht sie sich um, intuitiv vielleicht, und ich sehe, du bist es nicht. Und du kannst es auch nicht sein. Weil du nicht mehr da bist, 4 Monate, heute. Ich sage immer “nicht mehr da” oder “weg”, das eigentliche Wort sage ich gar nicht. Dabei wäre das korrekt. Du bist tot. Aber du bist noch da und du bist auch nicht weg. Du bist in all den braunhaarigen Mädchen, in all den glücklichen, lauten, lachenden Mädchen, in all den Nikes an den Füßen anderer jungen Frauen, in all den langen Jersey Kleidern und dem Top, was ich hier noch von dir habe, was du dir für den nächsten Urlaub gekauft hast. Und trotzdem hat all das ein Loch in mich gerissen, und ich finde einfach kein Klebeband, was mich zusammenhält, ich finde kein Mittel, das mich heilt.

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Ich habe es schon so oft gesagt und ich sage es immer wieder, weil ich es nicht verstehen kann, noch immer nicht. Wieso tut das so weh? Wieso nur mir, einer Freundin? Andere kommen schon viel besser damit klar, habe ich gehört. Wieso schaffe ich nicht, wenigstens einen Tag mal nicht an dich zu denken. Ich habe sogar dein Parfum gekauft, um mir Wolken der Erinnerungen in die Luft zu sprühen, wenn ich alleine in meinem Zimmer sitze, in der Stadt, in der du so oft warst und die du nie mochtest. Du wolltest mich besuchen kommen. Du hast einfach geplant, immer weiter, dabei gab es nichts weiter zu planen.

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Ich habe letztens einen Screenshot von meinem Handy gefunden, wahrscheinlich ist er zufällig enstanden. Eine Liste meiner Whatsappkontakte. Dein Name stand an erster Stelle, und dort stand “schreibt…“. Sowas zerreisst mir schon das Herz. Du schreibst mir nicht mehr. Aber ich an dich, in meinen Gedanken, kleine Liebesbriefe, kleine Notizzettel, mit denen der Himmel schon vollkleben muss.

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4 Comments

  • Reply Tatjana 16. Februar 2016 at 10:01

    wow, der text ist so unglaublich traurig.
    dein schreibstil ist wundervoll, du übertriffst dich jedes mal aufs neue. <3

  • Reply Feli 16. Februar 2016 at 11:54

    So ein schöner, trauriger und gefühlvoller Text.. Mir fehlen die Worte ;* Liebe Grüße, Feli von http://moderationisthekey.blogspot.de/

  • Reply Ziska 17. Februar 2016 at 20:34

    Du triffst einen Nerv, der weh tut.
    Deine Worte erschüttern, rütteln an meinen inneren Mauern und reißen sie ein.

    Ich hoffe, du überstehst das. Du lächelst. Für sie. Sie hätte es so gewollt. (Zumindest nehme ich das an – dein erster Text zu ihr klang danach.)
    Und denk nicht, dass die anderen besser damit klar kommen. Jeder versucht auf seine Weise irgendwie zu leben. Und vielleicht haben die anderen Mauern gebaut, die du nicht bauen willst. Weil es dir zu wichtig ist, den Schmerz zu fühlen um sie nicht zu vergessen.
    Ich sende dir eine Umarmung.

  • Reply Hanna 11. März 2016 at 15:03

    Wunderschön.

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