LIFESTYLE

Und dann schweigt man.

23. November 2014

“And we didn’t talk after that” is probably the saddest thing to say.

Ich schaue dich an und Gesprächsfetzen von früher rasen mir durch den Kopf – von all den Jahren, von den unwichtigen Dingen und den wichtigsten Ereignissen. Und in allem bist du. Du bist meine Vergangenheit, sie hängt an dir dran, ist mit dir verwebt, ich würde lügen, wenn ich dich aus meinen Erzählungen weglassen würde. Wenn ich an die großen Dingen denke, die großen Dinge, die für mich die Welt waren und für andere nichts, dann denke ich an dich. Wie deine Augen geleuchtet haben, weil ich weiß, du hast dich gefreut. Für mich, für uns, weil wir zwei, wir waren eins. Eine Einheit, unzerstörbar, vielleicht nicht immer Hand in Hand, aber sicher doch Herz an Herz. Und dann irgendwann haben deine Augen nicht mehr so geleuchtet, der Glanz wurde matter und seit wann war es eigentlich so schwierig, die richtigen Worte zu finden? Ich hätte mich dir so gerne erklärt, aber alles, was ich gesagt habe, war für dich ein Angriff und alles, was du gesagt hast, war für mich Gleichgültigkeit. Und du hast mich nicht mehr verstanden und ich habe dich nicht mehr verstanden und ich habe nicht mehr verstanden, was uns passiert ist. Jeden Tag wache ich auf, kurz bevor ich von Schlaf in Wirklichkeit eintrete und bin glücklich und dann kommt dieses dumpfe Pochen, ein kleiner Schlag in die Magengrube, der sicher gehen will, dass ich nicht vergesse. Dass ich dich nicht vergesse. Der mich dran erinnert, dass ich nicht so glücklich bin wie vorher, weil was fehlt. Und das Schlimmste ist oftmals: Man redet nicht mehr miteinander. Irgendwas läuft schief, was Großes, viel Kleines, und dann? Dann sagt man wenig, dann sagt man nichts mehr. Und vielleicht hätte alles anders laufen können, denn weißt du, ich hätte dir so viel zu sagen gehabt und wer weiß, du mir vielleicht auch. Und weißt du, ich würde dir am liebsten noch immer so viel sagen, jeden Tag, banale Dinge, wie “Mein Kaffee schmeckt heute aber nicht so toll” oder “Wann bist du da, 5-10 min?” und es würde ganz normal sein, so wie immer. Aber nichts ist “so wie immer”, wenn dein Immer dir genommen wird, wenn wir beide nicht mehr wissen, was das ist. Und aus “Wir beide, für immer” wurde “Du hast mein Herz gebrochen, für immer”, denn manche Wunden heilen nicht, weil die Zeit einfach nicht für alle da sein kann und auch nicht alles heilen kann und außerdem, seitdem du weg bist, schmeckt mein Kaffee wirklich nicht mehr so toll.

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1 Comment

  • Reply Vita 23. November 2014 at 23:48

    Wirklich ein schöner Text, Tara. Auch wenn der Inhalt natürlich weniger schön ist, aber so spielt nunmal das Leben :/

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