LIFESTYLE

Und heute ist der Himmel schwarz.

9. März 2015

Manchmal, da will man etwas im Leben haben und kriegt es nicht. Manchmal, da scheint die Sonne und es ist warm und alles könnte so schön sein, wenn es nicht anders wäre. Manchmal betrügen dich Freunde, schubsen dich, hintergehen dich, treten dich mit Füßen, obwohl du die Hände schützend über den Kopf legst und bettelst “Hör auf!”. Manchmal, da sitze ich in meinem Zimmer und schaue die Wand der Wohnung, die ich hasse, an und frage mich “War das schon alles?” Manchmal, da will man weg, doch man hat das Laufen verlernt. Manchmal, da will man einen Job und denkt, man ist gut genug, aber nein, wieder nicht, du reichst nicht, wieder einmal. Und manchmal, da bist du stark, wie immer, und lächelst, wie immer, während du innerlich zerfällst und Mühe hast, die Einzelteile deiner Selbst zusammenzuhalten.

Wir bestehen aus Atomen und manchmal, da merke ich das ganz besonders. Luftzüge, Windböen, Orkane aus Wörtern können mich treffen, so hart, dass meine ganze Atomkonestellation wie Staub aufgewirbelt wird, zerstreut, verteilt, ein bisschen weniger ich. Und dann suchst du dich selbst und weißt nicht, wo du anfangen musst, denn hast du schon einmal ein Staubkorn in einem Meer voller Dünen gefunden? Und jeder Rückschlag ein bisschen weniger ich, ein bisschen mehr ein anderer, ich ein wenig anders.

Aber wer hat gesagt, dass das schlecht ist?

Weniger ich kann ein besseres ich bedeuten. Weniger ich, Platz für ein besseres ich. Wenn ich mich verändere, dann zum Besseren. Ich entwickel mich weiter und selbst, wenn dir dein Kopf schmerzt, vor Weltschmerz, dann nur, weil sich das Klima in dir verändert hat und du nur darauf wartest, dich an die neue Situation gewöhnt zu haben. Ich war schon immer wetterfühlig. Und nach jedem Orkan und nach jedem Monsun scheint auch irgendwann wieder die Sonne – und dann scheint die Sonne und es ist warm und es ist so schön, weil es anders ist.

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4 Comments

  • Reply Sabine 9. März 2015 at 23:56

    Mal wieder ein toller Beitrag meine Liebe. Du hast ganz recht. Ich hatte diese/letzte Woche auch ein paar solcher Momente. Ich bin zwar gerade in eine tolle neue Stadt (Berlin!) gezogen und alles ist toll und aufregend, aber gerade wenn man eben viel Stress hat (tagsüber Arbeit, dann Leben und Haushalt in einer neuen Stadt sortieren, nebenbei noch die nächste Zwischenmiete suchen), dann merkt man auch wieder seine Grenzen. Wenn du dann mal wieder mit 5 Kilo Handtasche und 5 Kilo Winterjacke nach einem langen Arbeitstag in letzter Minute durch irgendein dunkles Wohngebiet rennst und verzweifelt die Hausnummer für die Besichtigung suchst, dann willst du doch mal wieder kurz heulen und sagst dir: Das ist mir gerade echt zu viel. Und das ist okay. Wir können nicht alles.

  • Reply Sabine 9. März 2015 at 23:59

    Oh, damn, jetzt noch der oberflächliche Kommentar hinterher: Woher ist dieser Ohrschmuck und wie hält der? 😀

  • Reply Kati 13. März 2015 at 12:31

    Ich liebe deinen Schreibstil!!

    Liebe Grüße,
    Kati

  • Reply Tatjana 1. Juli 2015 at 11:25

    woher ist dieser ohrschmuck? 😀

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